3 Kennzahlen, die jeder Instandhaltungsmanager kennen sollte
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3 Kennzahlen, die jeder Instandhaltungsmanager kennen sollte

Wir sammeln heute so viele Daten wie noch nie über unsere Maschinen. Warum verlassen wir uns immer noch auf Messgrößen, die es schon seit den 1970er Jahren gibt? Fragen Sie Ihre Kollegen, welche Messgrößen sie in der Instandhaltung nutzen, sind OEE (Overall equipment effectiveness) und MTTR (mean time to repair) mit Sicherheit dabei. Doch diese Evergreen-Messgrößen sind nicht nur anfällig für Fehlinterpretationen und Ungenauigkeiten, sie dienen oft auch keinem Zweck.

Gute Kennzahlen dienen einem Zweck

Kennzahlen sind nur so gut wie der Zweck, dem sie dienen. Sie zu sammeln macht nur dann Sinn, wenn Sie als Verantwortlicher daraus Entscheidungen ableiten können. Lohnt es sich, das Auftragsvolumen bei Ihrem Instandhaltungsdienstleister zu erhöhen? Sollten Sie die Intervalle einer bestimmten Tätigkeit verkürzen?  

Wir stellen Ihnen heute drei Kennzahlen vor, die Sie nicht in jeder Liste finden und erklären, wie Sie damit Ihr Instandhaltungsprogramm verbessern können. 

Kennzahl Nr. 1: Anzahl der Arbeitsaufträge nach Inspektionen

Was misst die Kennzahl?

Wie viele Arbeitsaufträge ergeben sich aus Routine-Inspektionen, um identifizierte Mängel zu beheben? Diese Zahl können Sie monatlich, vierteljährlich oder jährlich messen. 

Wozu können Sie die Kennzahl nutzen?

Sie können diese Kennzahl nach Maschinen, Schicht oder Standort sortiert nutzen. So können Sie Rückschlüsse über die Leistung Ihrer Anlagen oder Ihres Teams ziehen. Besonders aufschlussreich finden wir die Sortierung nach Aufgabe.

Fallen bei der präventiven Instandhaltung regelmäßig Folgereparaturen an, zeigt das zwei Dinge:

  1. Sie verhindern erfolgreich größere Probleme, die ohne die Reparatur aufgetreten wären.
  2. Die Abstände Ihrer präventiven Instandhaltungsmaßnahmen sind genau richtig. 

Ist der Anteil an Inspektionen, aus denen Folgearbeiten entstehen, zu niedrig, können Sie das Intervall Ihrer präventiven Instandhaltungsmaßnahmen vergrößern. So investieren Sie weniger Zeit und Budget in diese Aufgaben, ohne gleich das Ausfallrisiko zu erhöhen.

Treten gewisse Reparaturen besonders häufig auf, überlegen Sie, wie Sie den Reparaturprozess verbessern können. Macht es Sinn, z.B. Ersatzteil-Kits für diese Reparatur zusammenstellen, die Ihre Instandhaltungstechniker schnell bei der Hand haben?

Kennzahl Nr. 2: Größe der Rückstände

Was misst die Kennzahl?

Die Größe Ihrer Rückstände misst, wie groß der Rückstau Ihrer geplanten oder überfälligen Instandhaltungsaufgaben in Stunden ist. Diese Kennzahl sollten Sie wöchentlich und monatlich erfassen. 

Wozu können Sie die Kennzahl nutzen?

Diese Kennzahl gibt Ihnen ein gutes Argument an die Hand, um Ihr Team zu entlasten. Stellen Sie Ihrer Rückstände in Stunden gemessen gegenüber, wieviele Arbeitsstunden Ihr Team in diesem Zeitraum leisten kann. Ist die Lücke zwischen Rückstand und möglichen Arbeitsstunden zu groß, sollten Sie überlegen,

  1. das Auftragsvolumen bei Ihrem Dienstleister aufzustocken.
  2. zusätzliche Überstunden zu bezahlen.
  3. einen zusätzlichen Techniker einzustellen.

Kennzahl Nr. 3: Pareto-Liste der Anlagen nach Ausfallkosten

Was misst die Kennzahl?

Welche 20 % Ihrer Anlagen verursachen 80 % der Ausfallkosten – entweder, weil Sie am häufigsten ausfallen, oder weil ihre Reparatur besonders lange dauert? Aktualisieren Sie diese Liste mindestens vierteljährlich. 

Wozu können Sie die Kennzahl nutzen?

Mit der Pareto-Liste Ihrer Maschinen nach Ausfallkosten halten Sie sich Ihre “Problemfälle” ständig vor Augen. Was das bringt? Sichtbare Probleme werden in der Regel am schnellsten gelöst. 

Fragen Sie sich: Warum steht Anlage A ganz oben auf Ihrer Liste? Fällt sie besonders oft aus? Dauern die Reparaturen besonders lang? Behindert irgendetwas die Arbeit an der Maschine?

Kennen Sie den Grund für die langen Ausfallzeiten, können Sie wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen. 

  1. Ersetzen Sie veraltete Teile, die immer wieder kaputtgehen.
  2. Setzen Sie einen zusätzlichen Techniker auf diese Anlage an.
  3. Prüfen Sie, ob Füllstände, Schmiermittel etc. richtig eingestellt sind.

Bringen all diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg, haben Sie ein gutes Argument, das eine Investition in eine neue Anlage rechtfertigen könnte.

Fazit

Die besten Kennzahlen in der Instandhaltung sind die, die einen konkreten Zweck erfüllen. Sie helfen Ihnen, Entscheidungen zu treffen und geben Ihnen Anhaltspunkte, wie Sie Ihr Instandhaltungsprogramm weiter verbessern können. 

Sammeln Sie nicht irgendwelche Kennzahlen, “weil man das eben so macht”. Überlegen Sie stattdessen: 

  1. Welche Metrik ist für Sie und Ihr Team im operativen Einsatz besonders hilfreich? 
  2. Fangen Sie an, diese Kennzahl regelmäßig zu erheben. 
  3. Nutzen Sie die Rückschlüsse, um erforderliche Maßnahmen einzuleiten oder vor Ihrem Management-Team für mehr Budget, mehr Personal oder zusätzliche Dienstleister zu argumentieren.
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